Jahresrückblick 2020

Liebe Mitglieder und Unterstützer der BI Hagenbach,

aufgrund der durch Corona verursachten Einschränkungen und Vorgaben war das Jahr 2020 auch für unsere Bürgerinitiative ein außergewöhnliches und schwieriges Jahr. Persönliche Kontakte und Arbeitssitzungen waren nur eingeschränkt und im kleinen Kreis möglich. Leider wird diese Situation im kommenden Jahr 2021 voraussichtlich zunächst noch weiter fortbestehen.

Die durch Corona bedingten Einschränkungen führten auch dazu, dass wir die für den 22.4.2020 geplante Mitgliederversammlung nicht abhalten konnten und eine Versammlung im späteren Jahresverlauf nur mit einem unverhältnismäßig hohen Aufwand machbar gewesen wäre. Wir hoffen aber, die Mitgliederversammlung 2021 wieder wie in der Vergangenheit abhalten zu können und werden dann die diesjährigen Tagesordnungspunkte zusätzlich abhandeln.

Das wesentliche Thema im ersten Halbjahr war der geplante ‚Interkommunale Gewerbepark 4.0‘ mit rd. 100 ha zwischen dem Wörther Kreuz und Hagenbach. Würde dieser Gewerbepark realisiert werden, hätte dies gravierenden Auswirkungen auf Natur, Klima und unsere Wohn- und Lebensqualität und wäre natürlich verbunden mit einer starken Verkehrszunahme mit weiterem Lärm und Abgasen. Frühzeitig hatten wir dazu unsere Einwände gegenüber dem Verbandsbürgermeister zum Ausdruck gebracht und über die Rheinpfalz der Öffentlichkeit kommuniziert. Auch nachdem sich die Mehrzahl der Stadt- und Ortsräte Hagenbachs sowie die Räte der Verbandsgemeinde in ihren Beschlussfassungen gegen eine Teilnahme am Interkommunalen Gewerbepark ausgesprochen haben, gilt es weiterhin wachsam zu bleiben. Da Wörth und Kandel sich für den Gewerbepark ausgesprochen haben, ist das Thema nicht vom Tisch.

Hinsichtlich des geplanten Baugebietes Nord 5 gab es anlässlich der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung 2018 mehr als 50 Einsprüche. In der Folge wurden nach Auskunft der Stadt Hagenbach eine Reihe verschiedener Gutachten in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse bisher von der Stadt jedoch nicht öffentlich zugängig gemacht wurden. Rückäußerungen an die betroffenen Bürger zu den erhobenen Einsprüchen gab es bisher nicht. Weitergehende Auskünfte zum Stand der Planung von Nord 5 wurden von Seiten der Bürgermeister und Verantwortlichen mit dem Hinweis auf die Bearbeitung der eingegangenen Einsprüche bisher abgelehnt.

Das seit Jahren ungelöste Problem in Hagenbach ist der zunehmende Durchgangsverkehr. Auf einen größer werdenden Druck hin hat sich der Stadtrat in seiner Sitzung am 8.11.2018 nahezu einstimmig für eine Ortsrandstraße Nord ausgesprochen. Zuletzt wurde ein weiteres Verkehrsgutachten in Auftrag gegeben als Grundlage für die Schaffung einer Nordumfahrung zur Entlastung des innerörtlichen Durchgangsverkehrs. Die Ergebnisse sollen Anfang 2021 vorliegen. Leider werden mit einer Nordumgehung die heutigen Verkehrsprobleme nicht gelöst, sondern lediglich um wenige 100 m nach Norden verschoben, wo in direkter Nachbarschaft das Wohngebiet Nord 5 entstehen soll. Auch die Habsburger Allee, die heute die Hauptlast des Durchgangsverkehrs trägt, war ursprünglich als Umgehung zur Entlastung der Friedenstraße vorgesehen. Nutznießer einer Nordumfahrung ist der Durchgangsverkehr. Was fehlt, ist ein ganzheitliches Konzept für den Durchgangsverkehr in der Region. Ein Konzept das den überörtlichen Verkehr aus den Ortschaften fernhält. Hierzu gehört insbesondere auch der verkehrssichere Ausbau der Bienwald B9, den die Landesregierung seit 2011 zugesagt hat. Denn der Durchgangsverkehr sucht sich seinen Weg auf den sicheren und zügig zu befahrenden Strecken.  

Mit freundlichen Grüßen

die Vorstandschaft der BI Hagenbach